Struktur eines "erfolgreichen" Rufmordes
Wie kann man einen ungeliebten Kollegen auf möglichst effektive Weise loswerden?
Dazu müssen einige Bedingungen erfüllt werden:
Nun zur Verfahrensweise: Am geeignetsten ist ein Mitarbeiter, der seinem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal auftritt und viel Wert auf gepflegte Umgangsformen seinen Kollegen gegenüber legt. Diese Menschen sind skrupellosen Mobbern meist hoffnungslos unterlegen und leisten wenig Gegenwehr. In unserem Beispiel soll eine Leitungsstelle in einem Kindergarten "freigeräumt" werden. Die bisherige Leiterin kümmerte sich zuviel um die Kinder und zu wenig um den Tratsch mit den Eltern - unmöglich in einem kleinen Dorf. Außerdem kam sie aus der ehemaligen DDR und war schon etwas über 40 Jahre alt!! |
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| Der Arbeitgeber war ein Kirchenvorstand, dessen Mitglieder aus verschiedenen Orten, räumlich also schön dezentralisiert, stammten. Der zuständige Pfarrer war schwach und selbst oft genug Zielscheibe für Spott und Hohn im Ort - er würde sich eher verstecken als schützend vor die Leiterin stellen! Außerdem haben wir auch "unseren Mann" im Kirchenvorstand. | ||
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Die Vorlage ist - im Kindergarten wechselt häufig das Personal (es gibt zwar immer triftige Gründe, hier geht es aber nur um das Faktum). Da der Arbeitgeber öffentlich, also auch den Eltern gegenüber eine Schweigepflicht hat, darf er diese persönlichen Gründe gar nicht nennen. Wir können also munter spekulieren!! Gerüchte werden in die Welt gesetzt:
Wir wollen endlich Frieden in unserem Kindergarten - zum Wohl unserer Kinder! Unter diesem Motto können wir jetzt frontal angreifen:
Wie kann man die Presse zur Berichterstattung "zwingen"? (wir wollen ja keine Verbindungen auffliegen lassen) - wir d e m o n s t r i e r e n! Die Zeitung muss berichten! |
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| Nun nimmt alles seinen Lauf, innerhalb weniger Wochen ist die die Leiterin krankgemobbt, wir haben den Ruf edler Widerstandskämpfer gegen Behördenwillkür und mobbende Leitungen und unsere Favoritin kann ihre Stelle antreten. Keine Frage, sie ist uns viel schuldig und der Pfarrer weiß inzwischen auch, wo seine wahren Freunde sitzen... |